Schlechte Nachrichten für Eigenheimbesitzer

Hypotheken mit langer Laufzeit verteuern sich

ZÜRICH - Seit Januar sind die Zinssätze von Hypotheken mit langer Laufzeit angestiegen. Aber auch bei den kurz- und mittelfristigen Hypotheken haben einige Anbieter die Zinsen erhöht.

 

Wer ein Haus besitzt oder eins will, muss wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Hypothekarzinsen mit langen Laufzeiten haben sich seit Januar deutlich erhöht, meldet das Fachblatt «Finanz und Wirtschaft». Fast 12 Basispunkte mehr kostet demnach eine langfristige Hypothek als noch zu Jahresbeginn.

13 der grossen Herausgeber von Hypothekarkrediten, darunter die Credit Suisse, Axa Winterthurund die Zürcher Kantonalbank (ZKB), haben die Richtsätze für zehnjährige Immobilienkredite erhöht. Darunter ist auch die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK), welche die grösste Zinsanpassung vorgenommen hat: 23 Basispunkte auf 1,5 Prozent. Die BVK biete dennoch günstige Konditionen.

 

Grund für den Zinsanstieg sind laut Stefan Heitmann, CEO vom Hypothekenvermittler Moneypark, die gestiegenen Kreditabsicherungskosten: «Der Markt ist weiterhin sehr volatil und reagiert stark auf veränderte Marktbedingungen. Für die Erhöhung des Zinsniveaus dürften aktuell die schwächelnden Konjunkturdaten in Europaund USAmitverantwortlich sein», sagt er zu BLICK.

Weniger für einen Immobilienkredit verlangen dafür die Versicherungsgesellschaften Swiss Lifemit 1,48 Prozent und die Zurich Insurance mit 1,44 Prozent. Damit sind sie die drei einzigen Anbieter, die langfristige Hypotheken mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent und weniger herausgeben. Zum Vergleich: Im Januar waren es noch sieben Anbieter mit einem solch tiefen Zinssatz. Mit 1,82 Prozent ist der Zinssatz bei der ZKB aktuell am höchsten.

Kleiner Zinsanstieg bei kurzfristigen Hypotheken

Wer hingegen auf seinem Haus einen Kredit mit kürzerer Laufzeit hat, kann aufatmen. Denn bei Krediten mit zwei-, drei- oder fünfjähriger Laufzeit sind die Zinssätze seit Jahresbeginn nur um einen oder um gar zwei Basispunkte gestiegen.

Aber einige Anbieter haben auch bei den kurz- und mittelfristigen Hypotheken die Zinsen stark erhöht. Die Credit Suisse und Raiffeisenhaben hierbei die grössten Anpassungen vorgenommen und die Zinsen mit zweijähriger Laufzeit um 12 Basispunkte erhöht sowie bei der Raiffeisen um 11 Basispunkte. Und auch die BVK hat bei den Hypotheken mit fünfjähriger Laufzeit den Zinssatz um 13 Basispunkte angehoben. 

 

Zinserhöhung der SNB 

Der Hypotheken-Barometer vom Vergleichsdienst Comparis, der über 50 Kreditinstitute erfasst, zeigt einen noch stärkeren Anstieg der Zinsen: Zehnjährige Festhypotheken haben seit Jahresbeginn um 19 Basispunkte zugelegt, fünfjährige um acht und zweijährige um einen Basispunkt. 

«Für diejenigen Hausbesitzer, die ihre Hypothek aktuell oder demnächst ablösen können, könnte sich eine langfristige Absicherung der nach wie vor historisch tiefen Zinsen durchaus lohnen», rät Dominik Weber, Bankenexperte von Comparis.

Laut «Finanz und Wirtschaft» erwarten Analysten der Credit Suisse, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) im März 2019 die erste Erhöhung des Leitzinssatzes beschliessen wird. «Der Druck auf die SNB, die negativen Zinsen zu verringern, nimmt mit einem schwächeren Franken weiter zu», sagen auch die Strategen der UBSzum Fachblatt. Die erste Zinserhöhung erwarten sie jedoch bereits Ende 2018.

 

Quelle:Blick.ch